{"id":364,"date":"2023-11-20T19:28:13","date_gmt":"2023-11-20T18:28:13","guid":{"rendered":"https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/?p=364"},"modified":"2024-06-09T20:31:29","modified_gmt":"2024-06-09T18:31:29","slug":"interview-mit-frau-dr-grabowsky","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/?p=364","title":{"rendered":"Interview mit Frau Dr. Grabowsky"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bild-Frau-Dr.-Grabowsky-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-367\" width=\"313\" height=\"417\" srcset=\"https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bild-Frau-Dr.-Grabowsky-768x1024.jpg 768w, https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bild-Frau-Dr.-Grabowsky-225x300.jpg 225w, https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bild-Frau-Dr.-Grabowsky-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bild-Frau-Dr.-Grabowsky-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bild-Frau-Dr.-Grabowsky-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 313px) 100vw, 313px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><em>Lea:<\/em> Liebe Frau Dr. Grabowsky, erst einmal vielen Dank, dass wir dieses Interview mit Ihnen f\u00fchren d\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Frau Dr. Grabowsky:<\/em> Selbstverst\u00e4ndlich.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Annina:<\/em> In circa drei Wochen endet Ihre T\u00e4tigkeit hier am FSG. Wie f\u00fchlen Sie sich damit?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Frau Dr. Grabowsky: <\/em>Ganz zwiesp\u00e4ltig. Einerseits freue ich mich nat\u00fcrlich auf diese Lebensphase, in der ich nicht fr\u00fch aufstehen muss und keine Arbeiten korrigieren muss, aber ich h\u00e4nge schon sehr an dieser Schule und an den Menschen hier und das wird mir auch schwer fallen, das alles zu verlassen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Annina:<\/em> Und wie lange waren Sie hier am FSG?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Frau Dr. Grabowsky:<\/em> 14 Jahre.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Lea: <\/em>Was werden Sie am meisten vermissen und was gar nicht?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Frau Dr. Grabowsky:<\/em> Gar nicht vermissen werde ich die viele B\u00fcrokratie. Und das Korrigieren von Klassenarbeiten werde ich \u00fcberhaupt nicht vermissen. Und was werde ich am meisten vermissen? Die Menschen hier, mit denen ich zusammengearbeitet habe, die Kolleg*innen, die Eltern und ganz viele Sch\u00fcler*innen, die werde ich doll vermissen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Annina: <\/em>Was war Ihr lustigstes Erlebnis hier am FSG?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Frau Dr. Grabowsky: <\/em>Lustigstes Erlebnis? Oh Mann, da erwischt ihr mich jetzt kalt. Das kann ich nicht so, das m\u00fcsste ich verschieben, die Antwort, das habe ich jetzt nicht so, mir f\u00e4llt jetzt auch nicht \u2026.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Annina:<\/em> Das k\u00f6nnen Sie ja zum Schluss sagen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Frau Dr. Grabowsky: <\/em>Ja, oder ich schie\u00dfe es nach oder so, per E-Mail. Das k\u00f6nnen wir auch machen, da m\u00fcsste ich dr\u00fcber nachdenken.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Sp\u00e4ter ist Frau Dr. Grabowsky noch Folgendes eingefallen: Einmal haben wir beim Abistreich, wenn die Sch\u00fcler etwas zusammen mit den Lehrern machen, ein Schubkarrenrennen gemacht. Da hat mich Frau Richter um den ganzen Sportplatz geschoben, zum Gel\u00e4chter aller, und das war wirklich witzig. Das hat Spa\u00df gemacht!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Lea:<\/em> Wir h\u00e4tten sonst auch noch die Frage: Was war das lustigste Erlebnis mit dem Kollegium?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Frau Dr. Grabowsky: D<\/em>as eine lustigste Erlebnis f\u00e4llt mir jetzt gerade nicht ein, aber insgesamt lachen wir viel zusammen im Lehrerzimmer und haben Spa\u00df bei gemeinsamen Unternehmungen wie Boule-Spielen im Fr\u00fchjahr, der j\u00e4hrlichen Rapswanderung oder unserem Gr\u00fcnkohlessen im Herbst. Wir sitzen einfach gerne zusammen und kl\u00f6nen. Das ist immer lustig.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Lea: <\/em>Welches Projekt war das Erste, was Sie hier als Schulleitung an FSG umgesetzt haben?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Frau Dr. Grabowsky:<\/em> Das war das Projekt G8. Wir hatten uns ja, wie fast alle Gymnasien in Schleswig-Holstein, mit vielen Konzepten darauf vorbereitet, eine G8-Schule mit verk\u00fcrzter Gymnasialzeit (Abi in 8 Jahren) zu werden und erfuhren dann eines Tages aus der Zeitung, dass man \u00fcberlegte, aus dem FSG eine G-Y-Schule zu machen, also G8 und G9 nebeneinander. Niemand hatte mit uns vorher dar\u00fcber gesprochen. Wir haben dann gleich einen Brief an die Bildungsministerin geschrieben und scharf protestiert, sowohl gegen die inhaltliche Entscheidung als auch \u00fcber die Art und Weise der Kommunikation. Wir haben darin alles \u201eauf den Tisch gelegt\u201c, was wir an Konzepten erarbeitet hatten. Kurz darauf fiel dann gl\u00fccklicherweise die Entscheidung, dass die Gymnasien selbst aussuchen konnten, zu welchem Modell sie geh\u00f6ren wollten, und weil unser Nachbar-Gymnasium in Pl\u00f6n sich f\u00fcr G9 entschied, fanden wir es uns in dem Gedanken best\u00e4tigt, f\u00fcr die schneller lernenden Gymnasialkinder ein G8-Angebot zu machen. Klassenratsstunden f\u00fcr alle Jahrg\u00e4nge standen dann auch schnell auf unserer Arbeitsliste und Klassenlehrerstunden f\u00fcr die 5. Klassen und Kennenlernfahrten. Und ein weiteres gro\u00dfes Projekt, das uns bis heute besch\u00e4ftigt, ist der EVA-Unterricht.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Annina: <\/em>Gibt es etwas, was Sie im Nachhinein anders gemacht h\u00e4tten, also als Schulleitung?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Frau Dr. Grabowsky:<\/em> Also, ich w\u00fcrde nicht jede Entscheidung wieder so treffen, wie ich das getan habe. Z.B. fand ich die G8-Entscheidung im Nachhinein schwierig, weil wir bald gesehen haben, dass das Lerntempo f\u00fcr viele zu hoch war. Schule wurde so atemlos in dieser Zeit. Aber dennoch war es gut f\u00fcr die Entwicklung dieser Schule, dass wir diesen Weg gegangen sind, weil wir den Unterricht am Gymnasium in vieler Hinsicht neu denken mussten und vieles Herk\u00f6mmliche auf den Pr\u00fcfstand gestellt haben. Die Schulen, die von Beginn an im G9-System geblieben sind, hatten diesen Entwicklungsprozess ja gar nicht.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Annina: <\/em>Was lag Ihnen pers\u00f6nlich an Ihrer T\u00e4tigkeit am meisten am Herzen?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Frau Dr. Grabowsky:<\/em> Oft im Lehrerzimmer zu sein, mit den Kolleg*innen zu reden, mit denen ich zusammengearbeitet habe, mit allen hier an der Schule viel im Gespr\u00e4ch zu sein, auch mit den Eltern und Sch\u00fcler*innen. Ich bin z.B. jedes Jahr zum SV-Seminar gefahren, um die Pl\u00e4ne der neuen Sch\u00fclervertretung zu erfahren und manchmal auch zu erkl\u00e4ren, warum manche Dinge, die da gew\u00fcnscht wurden, nicht gehen. Das ist mir eigentlich am wichtigsten gewesen. Und ich hab\u2019 meine Rolle als Schulleiterin immer so begriffen, dass ich den Kolleginnen und Kollegen hier zusammen mit dem Leitungsteam immer den R\u00fccken freihalten wollte f\u00fcr ihre p\u00e4dagogische Arbeit.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Lea: <\/em>Was w\u00fcrden Sie am FSG noch \u00e4ndern, wenn Sie es k\u00f6nnten?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Frau Dr. Grabowsky:<\/em> Ich w\u00fcrde mir noch mehr gegenseitige Offenheit w\u00fcnschen. Also, dass sich die Beteiligten noch ehrlicher sagen, was sie voneinander erwarten. Und zugleich w\u00fcnschte ich mir&nbsp; von Sch\u00fcler*innen wie von Eltern, dass sie Schule weniger als Service-Unternehmen verstehen, das alle ihre individuellen W\u00fcnsche erf\u00fcllen soll und wo jeder zuerst darauf guckt, dass seine ganz pers\u00f6nlichen Vorlieben und Rechte gewahrt werden. Eine Gesellschaft funktioniert so nicht. Sie ist mehr als eine Anzahl von Egoisten. Ich w\u00fcnsche mir, dass das FSG diese Haltung noch mehr an die Lerngemeinschaft weitergibt. Gerade steht die Fortf\u00fchrung der Projektwoche im n\u00e4chsten Jahr auf der Kippe, weil Einzelne mit Ihrer Projektzuordnung immer wieder nicht zufrieden waren. Zwar hatten sie sogar ihre Erst- und Zweitwahl- Projekte bekommen, aber nun war, oh Schreck, die beste Freundin gar nicht dabei. So geht das nicht, das will niemand mehr organisieren, und au\u00dferdem ist das gerade nicht der Sinn einer Projektwoche, in der es gerade darum geht, auch mal mit anderen aus anderen Klassen und Jahrgangsstufen, was gemeinsam zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Annina:<\/em> Und was w\u00fcrden Sie am Schulsystem ver\u00e4ndern, wenn Sie es k\u00f6nnten?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Frau Dr. Grabowsky:<\/em> Ich w\u00fcrde gar nicht mal sagen, dass ich jetzt die Schularten ver\u00e4ndern wollte oder so, aber es w\u00fcrde der Schule unendlich guttun, wenn wir nicht so sehr Gegenstand b\u00fcrokratischer Anforderungen w\u00e4ren. Die kosten Zeit, die wir f\u00fcr die P\u00e4dagogik brauchen. Zum Beispiel ist der Weg, einen neuen Lehrer einzustellen, ein Verfahren, bei dem man viele Rechtsvorschriften beachten muss. Und es w\u00fcrde gut tun, wenn die Vorschriften sich nicht aufgrund von Lobbyinteressen st\u00e4ndig \u00e4ndern w\u00fcrden. Man nimmt Schule viel zu viele M\u00f6glichkeiten aus der Hand.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Lea:<\/em> Was hat Sie am meisten an Ihren Sch\u00fclern genervt?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Frau Dr. Grabowsky:<\/em> Also, am schwierigsten fand ich immer, mit Desinteresse umzugehen. Wenn man in eine Klasse kommt und die gucken einen alle so an, als wollten sie sagen: \u201eWas willst du denn jetzt von uns? Warum bist du denn hier?\u201c, und lassen sich nicht einfangen vom Thema. Oft, glaube ich, ist mir das ganz gut gelungen, die Sch\u00fcler*innen f\u00fcr ein Thema zu interessieren, wobei das bei Grammatik nat\u00fcrlich nicht so leicht ist, als wenn man gemeinsam ein Buch liest. Wenn viele mitgemacht haben, dann hatte ich auch Spa\u00df am Unterrichten. Aber ich stand auch hin und wieder vor Lerngruppen, in denen das unglaublich schwer war, so eine Begeisterung anzuz\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Lea: <\/em>Und was an Ihren Lehrern hat Sie am meisten genervt?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Frau Dr. Grabowsky: <\/em>Nicht so viel und auch nur wenige Einzelne. Manchmal war bei einigen so gar keine Bereitschaft da, sich auch \u00fcber den Unterricht hinaus mal freiwillig zu engagieren, also mal in Projekten zu Schulentwicklung mitzuarbeiten. Wenn dann immer von wenigen sofort gefragt wird \u201eIst das Dienstpflicht? Muss ich das tun? Bin ich zur Anwesenheit verpflichtet?\u201c Das finde ich dann bei allem Verst\u00e4ndnis f\u00fcr andere Lebensbereiche, um die man sich k\u00fcmmern muss, einfach schade. Ich finde, wenn man Teil einer Schulgemeinschaft ist und diese Schulgemeinschaft auch als solche erhalten und verbessern will und auch wei\u00df, dass man noch viele Jahre hier sein wird, dann ist das unglaublich wichtig, dass jeder mal mit anfasst und sich identifiziert, und das war nicht bei allen Projekten zur Schulentwicklung bei allen Kollegiumsmitgliedern immer so.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Annina: <\/em>Was waren zu Ihrer Schulzeit Ihre Lieblingsf\u00e4cher?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Frau Dr. Grabowsky:<\/em> Hm, wundert es dich, wenn ich jetzt sage: Deutsch und Philosophie? Die, die ich auch studiert habe und die, die ich auch gelehrt habe, und Sport und Gemeinschaftskunde, das ist so \u00e4hnlich wie WiPo, habe ich auch unheimlich gerne gemocht.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Annina:<\/em> Warum unterrichten Sie Sport jetzt nicht?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Frau Dr. Grabowsky: I<\/em>ch hatte eine Sportverletzung und die hat dazu gef\u00fchrt, dass ich mich nicht mehr so richtig fit kriegen konnte f\u00fcrs Studium. Aber mit Deutsch und Philosophie habe ich mich auch immer wohl gef\u00fchlt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Lea:<\/em> Welches Fach mochten Sie gar nicht?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Frau Dr. Grabowsky: <\/em>Mathematik. \u00dcberhaupt nicht! Daf\u00fcr bin ich auch \u00fcberhaupt nicht begabt und das ist mir immer unendlich schwer gefallen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Annina:<\/em> Waren Sie eine gute Sch\u00fclerin zu Ihrer Schulzeit?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Frau Dr. Grabowsky: <\/em>Ich war gar nicht mal vom Durchschnitt her eine gute Sch\u00fclerin. Also dazu hat Mathe dann auch immer zu viel reingeschlagen, sozusagen. Ich war aber immer eine ganz engagierte Sch\u00fclerin. Ich habe z.B. ganz viel SV-Arbeit gemacht, und war in AGs. Das waren so die Sachen, die mir viel wichtiger waren. Ich war oft Klassensprecherin. Das sind Dinge, die mochte ich und da war ich, glaube ich, auch ganz gut drin.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Lea:<\/em> Was hat Sie dazu veranlasst, Lehrerin beziehungsweise Schulleiterin zu werden?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Frau Dr. Grabowsky: <\/em>Das mit der Lehrerin hat sich, glaube ich, ergeben wie bei vielen von uns und auch noch bei euch: Meine Mutter war Lehrerin und dadurch hatte ich ein Bild von dem Beruf und f\u00fchlte mich einigerma\u00dfen zuhause darin und dachte auch, dass ich mir das zutrauen k\u00f6nnte. Also bin ich Lehrerin geworden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das mit der Schulleitung hat sich auf eine ganz andere Weise ergeben. Ich hab\u2019 ja lange im Bildungsministerium gearbeitet und da haben die politischen Verh\u00e4ltnisse sich im Laufe der Zeit ver\u00e4ndert und ich fand es schwierig, wechselnde politische \u00dcberzeugungen und das, was sich f\u00fcr Schule daraus ergeben sollte, mit dem gleichen Engagement zu vertreten, obwohl es z.T. das Gegenteil des Vorigen war. Deshalb hab\u2019 ich mich dann auf die Schulleitungsstelle in Preetz beworben, und das hat dann auch geklappt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Lea: <\/em>Und haben Sie es jemals bereut?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Frau Dr. Grabowsky: <\/em>Nein, \u00fcberhaupt nicht. Ich wusste von Anfang an, dass ich als Schulleiterin viel mehr Freiheiten haben w\u00fcrde, als ich das im Ministerium gehabt hatte. Man ist l\u00e4ngst nicht so fremdbestimmt, wie das im Ministerium der Fall ist. Und ich habe hier ein gro\u00dfartiges Schulleitungsteam und eine tolle Schule vorgefunden. Da habe ich \u00fcberhaupt keinen Grund gehabt, das irgendwann zu bereuen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Annina:<\/em> Was braucht man, um eine gute Lehrerin oder eine gute Schulleiterin zu sein?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Frau Dr. Grabowsky: <\/em>Um eine gute Lehrerin zu sein, muss man nat\u00fcrlich erstmal einen Draht zu den Jugendlichen finden. Das hei\u00dft gar nicht, dass man sich anbiedert, sondern zuerst mal, dass man sie ernst nimmt. Das ist, gerade in der Pubert\u00e4t, nicht immer ganz einfach. Und man muss leider lernen, dass es in bestimmten Phasen von Pubert\u00e4t nicht anders geht, als streng zu Sch\u00fclern zu sein. Das fordern sie geradezu ein. Sie wollen wissen, wo die Grenzen verlaufen. Das hat mir immer leidgetan. Ich wollte eigentlich immer was ganz Anderes. Aber es ist so. Ich habe gerade heute wieder eine Diskussion mit meiner siebten Klasse gehabt, die wollen, dass man streng ist und das muss man dann mal eine Phase lang sein, f\u00fcrchte ich.<\/p>\n\n\n\n<p>Und als gute Schulleiterin muss man, glaube ich, Menschen gut zuh\u00f6ren, egal ob Sch\u00fclern oder Kollegen oder Eltern. Und es hilft sehr, den Menschen Wertsch\u00e4tzung entgegenzubringen, Also jedem zu zeigen: Du bist wichtig, hier in diesem ganzen Zusammenhang, den wir zusammen bilden. Du bist wichtig, du kannst was, auch wenn du mal Fehler machst. Ich finde, dass es dann unglaublich leicht ist, mit den Menschen umzugehen, und dann kann man ihnen auch leichter mal sagen, wenn etwas nicht so gut l\u00e4uft.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Lea: <\/em>Warum sollte man aus Ihrer Sicht aufs FSG gehen und nicht auf ein anderes Gymnasium, also was macht das FSG besonders?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Frau Dr. Grabowsky: <\/em>Also erst einmal, guckt mal, wo wir hier so sind, eine Schule im Wald. Wer hat das? Das ist ja eine Atmosph\u00e4re, die die Schule ja mit pr\u00e4gt, in ihrem ganzen Sein. In so einer Umgebung ist es einfacher, nett zueinander zu sein und R\u00fccksicht aufeinander zu nehmen. Das finde ich, macht ganz viel aus. Ich finde auch wichtig, dass wir so einen gemeinsamen Spirit haben, den wir versuchen an alle Sch\u00fcler*innen zu vermitteln. Also, dass wir wirklich so ein Wir-Gef\u00fchl haben, und ich fand, das hat man besonders gemerkt, als wir das Jubil\u00e4umsfest hatten. Dass da alle mitgemacht haben und alle beteiligt waren und alle da einen Platz f\u00fcr sich gefunden haben, das hat mir richtig gut gefallen. Auch dass das Klima im Kollegium ein ganz harmonisches ist: Wir reden viel miteinander. Wir sind freundlich zueinander. Wir sind auch hoffentlich zu unseren Sch\u00fcler*innen freundlich und reden auch mit denen viel und machen viel mit denen, so neben dem Unterricht. Ganz toll finde ich, dass wir den Musik-Theater-Schwerpunkt wieder auf die F\u00fc\u00dfe gestellt gekriegt haben. Wir waren ja lange auf diesem Gebiet \u201eeingeschlafen\u201c, sage ich mal, nachdem bestimmte Lehrer*innen weg waren. Und jetzt lebt das wieder auf und das finde ich, neben dem Sportschwerpunkt, den wir haben, ein ganz wichtiges Element.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Annina<\/em>: Was w\u00fcnschen Sie sich in der Zukunft f\u00fcr unsere Schule und was f\u00fcr Ihren Nachfolger oder Ihre Nachfolgerin.\u2026. Die ist gemein, die Frage.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Frau Dr. Grabowsky: <\/em>Die sind alle fies, aber nat\u00fcrlich wichtig\u2026.&nbsp; Also f\u00fcr die Schule w\u00fcnsche ich mir eigentlich, dass es so weitergeht wie bisher, dass es ein lebendiges Miteinander bleibt, das Lust macht, neue Dinge miteinander auszuprobieren. Ich finde, dass wir ein sch\u00f6nes Schulklima hier haben, mit allen Beteiligten, auch mit den Eltern. Wir haben unendlich nette Sch\u00fcler. Also das wei\u00df man nur zu sch\u00e4tzen, wenn man von au\u00dfen kommt und schon mal etwas ganz Anderes erlebt hat. Unsere Sch\u00fcler sind im Gro\u00dfen und Ganzen ganz gut erzogen und auch einigerma\u00dfen lernwillig und fr\u00f6hlich und all das ist nicht selbstverst\u00e4ndlich. Manchmal nenne ich unsere Schule anderen gegen\u00fcber Kleinbullerb\u00fc. Das kennt ihr vielleicht von Astrid Lindgreen. Man soll nicht glauben, dass das an allen Schulen so ist, und ich finde eben auch, dass der Einsatz vom Kollegium f\u00fcr die Sch\u00fcler ein toller ist. Unsere Lehrer geben sich viel M\u00fche mit unseren Sch\u00fclern, und ich kann mir nur w\u00fcnschen, dass das so weitergeht.<\/p>\n\n\n\n<p>Und bei meinem Nachfolger w\u00fcnsche ich mir, dass er genau das alles zu sch\u00e4tzen lernt und damit umzugehen wei\u00df, denn das ist etwas Besonderes.<\/p>\n\n\n\n<p>Also, ich wei\u00df nicht, habt ihr die Einladungskarte schon gesehen, zu meiner Verabschiedung?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wir:<\/em> Leider nein.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bild-Karte-Frau-Dr.-Grabowsky-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-369\" width=\"232\" height=\"309\" srcset=\"https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bild-Karte-Frau-Dr.-Grabowsky-768x1024.jpg 768w, https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bild-Karte-Frau-Dr.-Grabowsky-225x300.jpg 225w, https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bild-Karte-Frau-Dr.-Grabowsky-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bild-Karte-Frau-Dr.-Grabowsky-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bild-Karte-Frau-Dr.-Grabowsky-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 232px) 100vw, 232px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><em>Frau Dr. Grabowsky<\/em>: Die hat Johanna Holthausen aus dem Kurs von Herrn Greven gemacht und ich mag diese vorsichtige Geste sehr, wie unser Schulsymbol darauf so vorsichtig weitergegeben<\/p>\n\n\n\n<p>wird, also gleichzeitig besch\u00fctzend und dann auch wieder offen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und so jemanden, der das auch wahrnehmen und empfangen<\/p>\n\n\n\n<p>kann, das w\u00fcnsche ich mir f\u00fcr diese Schule.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Annina:<\/em> Was planen Sie f\u00fcr Ihre Zukunft?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Frau Dr. Grabowsky:<\/em> Lange schlafen, in Ruhe fr\u00fchst\u00fccken und<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;zum ersten Mal ohne Zeitbegrenzung segeln. Sonst war ich ja immer an die vier Wochen in der Mitte der Sommerferien gebunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann habe ich mich beworben als Sch\u00f6ffin, also als eine<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Art Laienrichterin bei Gericht. Und au\u00dferdem will ich Vorlese-Oma im Kindergarten werden.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Lea:<\/em> Vielen Dank f\u00fcr das nette Gespr\u00e4ch. Wir w\u00fcnschen Ihnen dabei viel Gl\u00fcck und alles Gute.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Frau Dr. Grabowsky: <\/em>Gerne.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized is-style-default\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20221202_135838-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-447\" width=\"475\" height=\"633\" srcset=\"https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20221202_135838-768x1024.jpg 768w, https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20221202_135838-225x300.jpg 225w, https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20221202_135838-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20221202_135838-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20221202_135838-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 475px) 100vw, 475px\" \/><figcaption>Bild 2: Wer bin ich?<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lea: Liebe Frau Dr. Grabowsky, erst einmal vielen Dank, dass wir dieses Interview mit Ihnen f\u00fchren d\u00fcrfen. Frau Dr. Grabowsky: Selbstverst\u00e4ndlich. Annina: In circa drei &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":12,"featured_media":367,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/364"}],"collection":[{"href":"https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/12"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=364"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/364\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":450,"href":"https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/364\/revisions\/450"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/367"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=364"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=364"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=364"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}