{"id":51,"date":"2020-05-19T18:45:51","date_gmt":"2020-05-19T18:45:51","guid":{"rendered":"http:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/?p=51"},"modified":"2020-05-26T19:08:27","modified_gmt":"2020-05-26T17:08:27","slug":"ehemalige-fsgler-in-der-weiten-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fs4you.fsg-preetz.de\/?p=51","title":{"rendered":"Ehemalige FSGler in der weiten Welt"},"content":{"rendered":"\n<h3>1. Folge: &#8222;Macht es mit Freude!&#8220; &#8211; Ein Gespr\u00e4ch mit Beate Lau \u00fcber das FSG der 60er Jahre<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Wir haben uns auf die Suche nach ehemaligen Sch\u00fclern gemacht und dabei tolle Menschen und Lebensgeschichten kennengelernt. So zum Beispiel auch Beate Lau. Beate wurde am 8. Mai 1947 hier in Preetz geboren, lebt nach Paris, London und S\u00fcdafrika inzwischen in Berlin und hat 1966 erfolgreich ihr Abitur am Friedrich-Schiller Gymnasium geschrieben. Nach dem Abitur war Beate in London und danach auch in Paris als Au pair t\u00e4tig und hatte zu der Zeit schon ihr &#8222;Cambridge Proficiency certificate Fran\u00e7ais Parl\u00e9&#8220; in der Tasche. Anschlie\u00dfend besuchte die ehemalige Gymnasiastin 1968 die &#8222;Staatliche Fremdsprachenschule&#8220; in Hamburg und wurde zur Fremdsprachenkorrespondentin f\u00fcr Franz\u00f6sisch, Englisch sowie Spanisch. 1992 f\u00fcgte sie noch ein Zertifikat f\u00fcr russisch, ORTEI hinzu.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben uns im Januar mit ihr getroffen und einmal nachgefragt, wie das Friedrich-Schiller Gymnasium denn fr\u00fcher so war.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welchen Ruf hatte das Friedrich-Schiller Gymnasium zu Ihrer Zeit?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Preetzer waren froh, dass es das \u00fcberhaupt gab. Ansonsten war das ja eben in dem Verbund fest, wie heute Gesamtschulen, eingebunden und deshalb galt das f\u00fcr manche, die selbst in Kiel und Pl\u00f6n auf dem Gymnasium waren eher so: Es war gut das es das gab,aber&#8230; Und ich kann mich dran erinnern, es gab immer wieder Lehrer, die zu uns strafversetzt wurden. Als Strafe, da es&nbsp; nun mal kein so ein wichtiges Gymnasium wie andere in anderen St\u00e4dten war. Dann wurde es ja umgemeldet&#8230;Und dann nachher kam das so, dass immer mehr Sch\u00fcler aus Kiel zu uns kamen, denn bei uns war es anscheinend leichter.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welchen Namen hatte es denn damals?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am Anfang war das einfach die Volksoberschule.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>War das Schulsystem zu Ihrer Zeit anders?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr uns war klar 13 Jahre und auch so mit Sexta, Quinta, Quarta und diesen ganzen Bezeichnungen. Und ich erinnere mich, dass wir in der Oberstufe w\u00e4hlen konnten zwischen Mathe und Franz\u00f6sisch\/Latein. Wenn du also Mathe gemacht hat, brauchtest du keine 2. Fremdsprache machen. Wobei unsere Mathe-Klasse immer sehr klein war. Sowieso waren wir die ganze Zeit im Klassenverband, der nat\u00fcrlich nach ein paar Jahren immer wieder gewechselt hat.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sie hatten vor kurzem &#8222;Goldenes Abitur&#8220;, haben also vor 50 Jahren Abi gemacht. Haben Sie noch Kontakt zu einigen Ihrer alten Mitsch\u00fcler?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben uns immer an solchen Jubil\u00e4en gesehen. Also ab dem 10j\u00e4hrigen, dann das 20j\u00e4hrige, 25,30 und dann immer in 5er Schritten bis zum &#8222;Goldenen Abi&#8220;. Und jetzt haben wir beschlossen, dass wir uns alle zwei Jahre treffen wollen. Weil wir jetzt alle \u00fcber 70 sind und das geht jetzt los. Aus unserem Jahrgang sind leider schon vier Leute gestorben. Allerdings h\u00e4lt man den Kontakt nur im Klassenverband. Wenn man mit der Schule aufh\u00f6rt, h\u00e4lt man mit seinen Freunden Kontakt und mit seiner Klasse, mit der ganzen Stufe, das wird zu viel.&nbsp; Aber in der Klasse haben wir alle immer Kontakt gehalten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sah das Friedrich-Schiller Gymnasium zu Ihrer Zeit anders aus?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist inzwischen nur erweitert worden. Ansonsten ist es der gleiche Klinkerbau. Das erste Geb\u00e4ude war das lange, mit dem Eingang, wo auch heute noch der Haupteingang ist. Dann gab es den einen kurzen Fl\u00fcgel und dazu parallel dann nach den anderen. Das war schon von Anfang an da. und dann ist der andere Anbau mit der Aula gekommen, die wir nie hatten. Wir hatten nie eine Aula. Zwischendurch wurde die Blandfordhalle gebaut, dort sind wir dann verabschiedet worden. Davor wurde allerdings noch die andere Turnhalle gebaut. Das ist alles nachgekommen, aber das umgedrehte &#8222;F&#8220;&nbsp; ist von Anfang an dagewesen. Innen drin ist es deutlich farbenfroher geworden und sieht dementsprechend sch\u00f6ner aus.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hatten Sie nur Lehrerpersonal oder auch andere Betreuungspersonen, wie z.B eine Schulsozialarbeiterin?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nein, noch gar nicht. Das kam alles viel sp\u00e4ter. Wir hatten zum Teil sogar noch Lehrer, die noch sehr nationalsozialistisch eingestellt waren. Das war schon anders als jetzt. Ob die noch gepr\u00fcgelt haben, wei\u00df ich nicht, aber in der Grundschule haben wir noch&nbsp; Pr\u00fcgel bekommen. Da gab es noch einige Lehrer&#8230; Von daher ist es sehr viel liberaler, viel besser geworden und Sozialarbeiter kamen dann erst sp\u00e4ter.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gab es denn auch am Gymnasium noch Bestrafungen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem Gymnasium ging das\neigentlich, wenn wir geschw\u00e4nzt haben, das wurde nat\u00fcrlich schon geahndet.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber ich war ein relativ braves Kind, ich bin nur ein einziges Mal mitgegangen zum &#8222;Caf\u00e9 Reimers&#8220;, das war in der Kirchenstra\u00dfe und ich wurde nat\u00fcrlich erwischt. Die anderen, die dauernd dahin gingen, die wurden nie erwischt. (lacht) Aber es gab keine richtigen Strafen, die haben den Finger gehoben und mal streng geguckt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was glauben sie denn, macht unsere Schule im Vergleich zu anderen besonders?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auf jeden Fall die Lage, die ist so toll. Das man da auch in den Wehrberg verschwinden konnte und solche Sachen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warum haben Sie sich eigentlich f\u00fcr das FSG entscheiden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es war einfach das einzige Gymnasium . Es gab gar keine Frage, keine Wahlm\u00f6glichkeit. Von der Lage her gab es da \u00fcberhaupt keine Frage.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was w\u00e4re denn die Alternative gewesen, wenn Sie nicht f\u00fcr das Gymnasium empfohlen worden w\u00e4ren?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich h\u00e4tte nach Kiel fahren m\u00fcssen. Oder nach Pl\u00f6n, aber ich wei\u00df gar nicht, ob das Gymnasium im Schloss Pl\u00f6n noch existiert hat. Da war ja ein politisches Gymnasium, das war ja die Napola und da hat es mich nicht hingezogen. Mein Vater ist allerdings dagewesen und hat Abitur gemacht. Sowieso haben diese ganzen nationalsozialistischen&nbsp; Sachen bei uns schon noch eine Rolle gespielt. Wobei wir das nie im Unterricht besprochen haben. Zu viele Eltern waren im Krieg gewesen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nachdem Sie ihr Abitur gemacht haben, was haben Sie da gemacht?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe eine Ausbildung in Hamburg gemacht, nachdem ich in England und Frankreich gewesen war und dann bin ich nach Namibia und danach nach S\u00fcdafrika gegangen. Habe dort dann als Sekret\u00e4rin gearbeitet. Wobei man die Trennung zwischen Rassen und M\u00e4nnern und Frauen deutlich gesp\u00fcrt hat. Und dann hatte ich die M\u00f6glichkeit zu VW zu wechseln und habe dort dann als \u00dcbersetzerin gearbeitet. Das hat richtig Spa\u00df gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was haben Sie von Ihrer Schulzeit und Zeit am FSG mitgenommen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich hatte, glaube ich, nicht das Gef\u00fchl soviel mitgenommen zu haben, au\u00dfer das Abitur. Es war einfach wichtig diesen Abschluss zu haben. Ich habe dort allerdings doch viel gelernt, ich war fasziniert von Geschichte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W\u00fcrden Sie im Nachhinein etwas anders machen in ihrer Schulzeit?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nee. nein! (lacht)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie gut hat Sie das Friedrich-Schiller Gymnasium auf das weitere Leben vorbereitet?<\/strong> <strong>Auf einer Skala von ein bis zehn.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcrde das schon auf Acht setzten, auch wenn es so die direkte Vorbereitung nicht ist, aber ich habe so eine ganze Basis an Wissen und Arbeitstechniken gehabt. Ich kam gut in der&nbsp; Ausbildung und sp\u00e4ter im Job zurecht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sie sind also nicht einfach ins kalte Wasser geschmissen worden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nein, das waren flie\u00dfende \u00dcbergange.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gibt es noch einen Tipp, den Sie an die Sch\u00fcler, die jetzt am FSG sind, weitergeben w\u00fcrden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja! Nehmt alles auf, was ihr kriegen k\u00f6nnt und l\u00f6chert die Lehrer, dass sie euch wirklich alles gut erkl\u00e4ren und euch alle Informationen geben. Was ihr dann damit macht, ist euch selbst \u00fcberlassen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Macht es mit Freude, macht das was euch interessiert und geht da rein. Dann macht es Freude!<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. 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